EOS-Wiesbaden e.V.

Jährlicher Rundbrief

Jahrgang 16 – Dezember 2016

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde des Fördervereins EOS e.V. - Hilfe für hämatologisch Transplantierte,

die kürzer werdenden Tage und die Zeitumstellung erinnern uns wieder einmal unmissverständlich an ein zu Ende gehendes Jahr und den bevorstehenden Jahreswechsel. Es war ein ereignisreiches Jahr. Zur Olympiade in Rio de Janeiro trafen sich Sportler aus aller Welt im freundschaftlichen Wettkampf. Auch die Fußball-Europameisterschaft in Frankreich erfreute Millionen Fußballbegeisterte mit spannenden Spielen. Aber auch Bilder von Krieg, Leid und Elend aus Syrien und den umliegenden Gebieten haben sich in schmerzhafter Weise in unser Bewusstsein eingebrannt. Bilder von Verletzungen, Trauer, Flucht und großer Ausweglosigkeit. Die Präsenz dieser Krisenherde war durchdringend wie selten zuvor. Dem begegneten viele Menschen, wie sonst bei großen Naturkatastrophen, mit überwältigender Hilfsbereitschaft.Worin begründet sich eigentlich diese selbstlose Hilfe am Mitmenschen?

Der Mensch wird schutzlos geboren. Er ist zunächst völlig hilflos. So entstand die Erkenntnis, dass der Mensch ohne den Menschen nicht überleben kann. Aus dieser Schwäche entwickelte sich in der Evolution eine Stärke des Zusammenhalts. Somit dient Empathie, also das Mitempfinden von Schmerz, Leid und des Beschützens anderer der reinen Selbsterhaltung. Es stellt sich dabei nicht die Frage: Was bekomme ich dafür, oder ist es mir selber nützlich? Dieses Verhalten müssen Kinder lernen, und Erwachsene dürfen es nicht verlernen. Empathieverlust wäre ein Akt der Degeneration im ethischen Grundgesetz unserer Lebensgemeinschaft. Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck mahnt: „Ich glaube ganz fest, dass ohne echte Barmherzigkeit keine Gesellschaft letztlich existieren kann“. 

Aber auch ein sehr persönliches Ereignis steht für das Jahr 2016: Vor 15 Jahren, am 9. Februar 2001, gründete sich an der Deutschen Klinik für Diagnostik (DKD) Wiesbaden - heute DKD HELIOS Klinik Wiesbaden – der gemeinnützige Förderverein „EOS e.V.-Hilfe für hämatologisch Transplantierte“.

 Liebe Mitglieder und treue Förderer dieses/Ihres gemeinnützigen Fördervereins: Sie begleiten und unterstützen die Arbeit von EOS e.V. nun schon viele Jahre. Auch Sie fragen nicht: Was habe ich eigentlich davon, welchen Nutzen bringt es mir? Ihr Engagement ist geprägt vom Willen, helfen zu wollen, Mitmenschen zu zeigen, wir verschließen vor Eurer Not nicht unsere Augen, Ihr seid nicht allein gelassen. Gemeinsam schufen Sie die Voraussetzung, dass „IHR“ Förderverein nun auf 15 Jahre sehr erfolgreicher Vereinsarbeit zurückschauen darf. Dafür dankt Ihnen der Vorstand von ganzem Herzen, insbesondere auch im Namen der Betroffenen.
Doch ein weiteres Ereignis kündigt sich an. Die Adventszeit erinnert an das bevorstehende Weihnachtsfest. Eine vorweihnachtliche Stimmung erfasst die Menschen, und bei Erwachsenen werden alte Kindheitsträume wieder wach. Denn für die meisten ist Weihnachten immer noch das schönste Familienfest des Jahres, ein Fest der Freude.

Der Vorstand wünscht nun Ihnen allen ein besinnliches und frohes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben. Für das „Neue Jahr 2017“ schon jetzt Glück und Zufriedenheit, vor allem aber Gesundheit. Eine rasche Genesung und die baldige Rückkehr in ein wieder frohes und gesundes Leben wünschen wir aber ganz besonders Jenen, denen es gesundheitlich im Moment noch nicht so gut geht.         

EOS e.V. - Hilfe für hämatologisch Transplantierte 

-        Der Vorstand   -

 

Jahresmitgliederversammlung (JMV) am 24. September 2016 (Auszugsweise)

Die Satzung unseres Vereins sieht in § 6/2 vor, dass einmal im Jahr eine Mitgliederversammlung stattfindet. Um möglichst vielen Mitgliedern eine Teilnahme zu ermöglichen, fand die JMV auch in diesem Jahr wieder am Tag des Patientenfestes der KMT an der DKD HELIOS Klinik Wiesbaden statt.

TOP 3:                  Vereinsaktivitäten

Der Vorstand hat seit der letzten JMV so häufig getagt, wie seit langer Zeit nicht. Grund für die häufigen Treffen war im Wesentlichen die Planung der Aktionen rund um das 15-jährige Jubiläum des Vereins (s.TOP 5). Für die erste Vorsitzende Frau Maier-Reinhardt und den Kassenwart (Schatzmeister), Herrn Kellerer, wurden E-Mail Konten mit der Vereinsadresse eingerichtet. Wegen der personellen Veränderung im Verein sowie des 15-jährigen Jubiläums des Vereins wurde der Flyer des Vereins mit Hilfe des renommierten Wiesbadener PR-Unternehmers Herrn Niels Heinzinger aktualisiert, gestaltet und neu aufgelegt. Herr Heinzinger unterstützte den Verein dankenswerterweise erneut kostenlos mit dieser Sachleistung.

TOP 5:                  15 Jahre EOS

Der Verein EOS e.V. – Hilfe für hämatologisch Transplantierte feierte am 9. Februar 2016 sein 15-jähriges Bestehen. Der Vorstand plante deshalb seit Dezember letzten Jahres in einigen Sitzungen Aktivitäten zu diesem Jubiläum. Im Vordergrund stand von Anfang an der Gedanke, dieses Jubiläum zum Anlass zu nehmen, allen Mitgliedern sowie den regelmäßigen Förderern und Unterstützern des Vereins zu danken. Dies war dem Vorstand besonders wichtig. In weiterer Zusammenarbeit mit dem renommierten Wiesbadener PR-Unternehmer, Herrn Heinzinger, wurde deshalb eine Dankeskarte gestaltet und gedruckt, die dann an alle Mitglieder, Förderer und Freunde des Vereins, die EOS e.V. seit seiner Gründung regelmäßig unterstützt haben, Ende Februar diesen Jahres versandt wurde. Herr Heinzinger unterstützte EOS e.V. auch in dieser Hinsicht mit einer weiteren Sachleistung, wofür der Verein ihm sehr verbunden ist.

Das 15-jährige Vereinsjubiläum sollte darüber hinaus genutzt werden, um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins zu intensivieren, mit dem Ziel, den Verein und seine Ziele einem größeren Publikum vorzustellen. Es wurde zunächst eine Pressemitteilung verfasst, die u.a. einer Redakteurin des Wiesbadener Kuriers übermittelt wurde. Im März erschien daraufhin im Wiesbadener Kurier der Artikel „EOS ist für Patienten da“. Diesem Artikel war ein Treffen mit einer Redakteurin des Wiesbadener Kuriers vorausgegangen, an dem aus dem Vorstand Bernd Pauls, Gudrun Fichte, Beate Gembruch und Ralf Kellerer sowie die Kassenprüferin Brigitte Gablenz teilgenommen haben. Auf der Homepage unseres Vereins findet sich ein Link zu diesem Artikel. Im Oktober 2016 erschien in dem von der Deutschen Leukämie- und Lymphomhilfe bundesweit herausgegebenen Infoheft (DLH-Info Nr. 60) unter der Rubrik „Selbsthilfegruppen“ ein ausführlicher Artikel über den Verein mit einem Bild von Mitgliedern des erweiterten Vorstands. Auch zu diesem Artikel findet sich auf unserer Homepage ein Link.

Im Sinne eines kleinen Rückblicks auf die Vereinsgeschichte berichtete Herr Hlubek in der JMV als eines der Gründungsmitglieder wie EOS e. V. damals in „rekordverdächtiger Zeit“ im Jahr 2001 aus der Taufe gehoben wurde und beschrieb die Entwicklung des Vereins. Als einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte nannte Herr Hlubek das Benefizkonzert in der Heilig-Kreuz-Kirche in Bad Kreuznach, das ein ehemaliger KMT-Patient, Chordirektor und Sopranist, initiiert und durchgeführt hatte. Es wurde kein Eintritt erhoben, sondern um Spenden für EOS e. V. gebeten. Ein vierstelliger Eurobetrag kam zustande. Herr Hlubek bemerkte abschließend, dass er seine ehrenamtliche Tätigkeit bei EOS e. V. als sehr bereichernd erlebt und damit weitergeben will, was er an Glück erfahren hat. Jede Mithilfe im Verein oder im Vorstand werde auch weiter dankbar angenommen. 

 

15 Jahre Aktive Hilfe – EOS e.V. feiert Geburtstag

Weißt Du noch? Kannst Du Dich erinnern? So fangen viele schöne Geschichten an. Auf diese Weise beginnen auch manche eine Erzählung, wenn sie von einer Begebenheit oder Ereignissen berichten. Ein wenig war es auch so, als wir im Vorstand Ende vergangenen Jahres damit begannen, das 15-jährige Jubiläum unseres Vereins zu planen. Es war Herr Hlubek, Beisitzer im Vorstand und eines der Gründungsmitglieder, der im Rahmen einer Vorstandssitzung letztes Jahr darauf aufmerksam machte, dass EOS e.V. -Hilfe für hämatologisch Transplantierte am 9. Februar 2016 seinen 15. Geburtstag feiert. Neben ihm sind auch noch die Gründungsmitglieder Beate Gembruch, Inge Matteo, Bernd Pauls, Wolfgang Fiedler und Norbert Müller als Beisitzer Teil des Vorstands. Gleich kamen bei ihnen allen Erinnerungen hoch und jeder von ihnen erzählte mit Freude und Stolz, wie es dazu kam, dass der Verein gegründet wurde. Und jeder von ihnen hatte einen besonderen Moment in Erinnerung:

Nachdem Herr Dr. Schwerdtfeger begann, an der DKD Wiesbaden das Zentrum für Knochenmark-/Blutstammzelltransplantation auf- und auszubauen, durften er und seine Mitarbeiter dieser Abteilung immer wieder die schöne Erfahrung machen, dass ehemalige Patienten der KMT an sie herantraten mit dem Wunsch, mit einem Beitrag die Situation der akut Betroffenen zu verbessern. Dabei reichte das Spektrum der Hilfsangebote von der Bereitschaft, Gespräche mit den Patienten und den Angehörigen zu führen, bis hin zu Geldspenden. Nachdem auch die Leukämiehilfe Rhein-Main das KMT –Zentrum an der DKD damals großartig unterstützte, entstand im Herbst 2000 erstmals die Idee, einen Förderverein zu gründen, um die verschiedenen Hilfsangebote besser koordinieren zu können. Alsbald stellte sich heraus, ein solches Vorhaben ist gar nicht so einfach. Viele Fragen stellten sich, z.B. wie erfolgt eine Vereinsgründung überhaupt, wie kommt man in ein Vereinsregister, welche Ziele hat der Verein, an welchen Personenkreis wendet sich der Verein, wie organisiert man eine Gründungsversammlung und nicht zuletzt, wie soll der Verein heißen? Das Wichtigste: es musste eine Satzung entworfen werden, diese musste auch sicherstellen, dass das Finanzamt die Gemeinnützigkeit des Vereins anerkennt. Es ist der Vorsitzenden der Leukämiehilfe Rhein-Main, Frau Waldmann, die mit Rat und Tat zu Seite stand und dem überaus großen Engagement der damaligen Mitarbeiterin des Psychosozialen Dienstes der KMT-Station an der DKD, Frau Dr. Rettenbach, zu verdanken, dass kein halbes Jahr später der Patientenhilfeverein mit dem Namen „EOS e.V. – Hilfe für hämatologisch Transplantierte“ an der DKD Wiesbaden aus der Taufe gehoben werden konnte. Die Gründungsversammlung fand statt am 9. Februar 2001, ehemalige Patienten, deren Angehörige sowie Ärzte und Pflegepersonal waren gekommen und in nur einer Stunde wurde die Satzung verabschiedet, ein Vorstand gewählt. Der Vereinsname wurde von den Gründungsmitgliedern mit Bedacht gewählt. Der Name „EOS“ entstammt der griechischen Mythologie und bedeutet „Göttin der Morgenröte“ und „Mutter des Morgensternes“. So, wie die Morgenröte mit der aufgehenden Sonne den neuen Tag beginnt, möchte EOS e.V. dem Patienten auf seinem Weg in ein wieder gesundes Leben zur Seite stehen. In dem Wissen um die enorme körperliche und psychische Belastung einer Knochenmark-/Blutstammzell-Transplantation für Patient und Angehörige, dem mehrwöchigen stationären Klinikaufenthalt, der familiär und beruflich oft schwierigen Situation, stellten sich ehemalige KMT-Patienten und Mitarbeiter des KMT-Zentrums an der DKD für die Funktionen im Vorstand ehrenamtlich zur Verfügung. Dies ist bis heute so geblieben. Am 27. März 2001 erfolgte der Eintrag in das Vereinsregister am Amtsgericht Wiesbaden, am 11. Juli 2001 die Anerkennung als gemeinnützige und mildtätige Körperschaft durch das Finanzamt Wiesbaden. Endlich war es soweit, der Verein konnte seine Arbeit aufnehmen.

Wie ging es danach weiter? Was hat der Verein seitdem erreicht?

Galt in der ersten Zeit die Arbeit dem Vereinsaufbau mit Gestaltung von Plakaten, eines Flyers und dem Aufbau einer Homepage, konnte der Verein sehr bald mit der Umsetzung der Vereinsziele beginnen. Neben dem Erfahrungsaustausch zwischen ehemaligen und akuten Patienten ist eines der Hauptziele von EOS e.V. die Verbesserung der stationären und ambulanten Ausstattung des KMT-Zentrums an der DKD HELIOS Klinik Wiesbaden zum Beispiel mit Sportgeräten, Spezialtrainern für Schwerstkranke, Raumgestaltung, Audio-Technik, Hörbüchern und vielem anderen. Neben der Anschaffung zahlreicher Ergometer, eines Elektro-Rollstuhls, mehrerer Rollatoren und weiterer physiotherapeutischer Hilfsmittel, sind wir besonders stolz darauf, dass wir die Anschaffung extra leichter Sauerstoff-Geräte und eines Aktiv-Lifters für die Mobilisierung schwerstkranker, bettlägeriger KMT-Patienten finanzieren konnten. Aber auch zahlreiche andere Geräte wie z.B. Fernseher, Laptops und CD-Player konnte der Verein der KMT-Station für die leihweise Weitergabe an Patienten in den vergangenen Jahren finanzieren. Ein weiteres Hauptziel von EOS e.V., das in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, ist die Unterstützung bei der Organisation von Besuchsdiensten und bei der Unterbringung von Angehörigen in bezahlbaren und in der Nähe der Klinik gelegenen Appartements. So hat der Verein u.a. Kosten für die Möblierung der Appartements teilweise übernommen, die die Klinik für Angehörige von auswärtigen KMT-Patienten angemietet hat. Wenn die Zimmer, die die Klinik diesen Angehörigen zur Verfügung stellt, nicht ausreichen, finanziert unser Verein die zusätzlichen Unterbringungsmöglichkeiten und in Einzelfällen auch Fahrtkosten für die Angehörigen auswärtiger Patienten, um den Besuch der Familie zu ermöglichen, der für viele KMT-Patienten in dieser so schwierigen Lebensphase ein wesentlicher Halt ist. Ein ganz besonderes Anliegen und Ziel von EOS e.V. ist die finanzielle Unterstützung von Patienten, die durch die Erkrankung in große Not geraten sind. Seit der Gründung des Vereins konnten wir bis heute knapp 180 KMT-Patienten durch finanzielle Zuwendungen aus Notlagen helfen. Wichtiges Bindeglied zwischen Patienten und unserem Verein sind dabei insbesondere der Pflegedienstleiter der DKD HELIOS Klinik Wiesbaden, Bernd Pauls, und die beiden Mitarbeiterinnen des psychosozialen Dienstes, Gudrun Fichte und Beate Gembruch, die sich alle auch im Vorstand des Vereins ehrenamtlich engagieren. Sie kennen durch ihre tägliche Arbeit die individuelle Situation der KMT-Patienten. Gerade dadurch ist es uns möglich, in Notlagen direkt und unbürokratisch innerhalb von wenigen Tagen Hilfe zu leisten.

EOS e.V. startete bei seiner Gründung 2001 mit 17 Mitgliedern und wuchs stetig auf heute 73 Mitglieder. Auch Nichtmitglieder, öffentliche Einrichtungen und Firmen fördern inzwischen in Anerkennung des bisher durch den Verein Erreichten regelmäßig die Vereinsarbeit. Dank dieser Unterstützung und der wachsenden Mitgliederzahl konnten seit der Gründung ca. 200.000 € zur Verbesserung des gesamten Patientenumfeldes aufgewendet werden. Darauf sind wir stolz. Für manchen von uns war und ist der Rückblick auf 15 Jahre erfolgreiche Vereinsarbeit und all das Geleistete sehr bewegend. In diesem Sinne weiter zu machen, ist Ansporn für unsere weitere Vereinsarbeit.

Vielleicht haben wir bei Ihnen Interesse geweckt. Wir freuen uns über jede Unterstützung durch neue Mitglieder und Spenden. Aber vielleicht haben Sie auch Lust uns mit aktiver Mitarbeit im Vorstand zu unterstützen. Schauen Sie doch auf unserer Homepage www.eos-wiesbaden.de vorbei und nehmen Sie Kontakt mit uns auf.

 

Krankenhaushygiene, was machen die eigentlich?

- ein Beitrag des Hygienebeauftragten Sebastian Barth -

Sehr geehrte Damen und Herren,

zuerst möchte ich mich bei Ihnen vorstellen, mein Name ist Sebastian Barth und ich bin Hygienefachkraft in der DKD HELIOS Klinik Wiesbaden. Bevor ich zur Hygiene kam, war ich von 2006 bis 2010 als Krankenpfleger auf der KMT Station tätig. 2010 bin ich in den Betriebsrat gewechselt, dem ich bis November 2013 angehörte. Schon in der Zeit auf der KMT-Station war mir die Relevanz einer guten Hygiene, gerade auf der KMT Station, sehr bewusst. Als mein früherer Kollege, Herr Stillings, mir mitteilte, dass er die Klinik als Hygienefachkraft verlassen werde, habe ich mich direkt auf diese Stelle beworben. So kam es, dass ich im November 2013 die Zusage von unserer Geschäftsführung bekam und zu meinem Glück direkt hier in Wiesbaden mit der zweijährigen Fachweiterbildung zur Hygienefachkraft, oder wie es offiziell heißt, zum „Fachkrankenpfleger für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention“, beginnen konnte.

Wie Sie alle während Ihres Aufenthaltes hier in unserer Klinik feststellen mussten, sind die Hygieneanforderungen an KMT Stationen sehr hoch. Keine Fenster dürfen geöffnet werden, die Luft muss so gefiltert werden wie in einem Operationssaal, auf die Station kommt man nur durch eine Schleuse, und vieles mehr. Diese Maßnahmen sind aber nichts zu dem, was früher alles gemacht wurde. Lange bevor ich auch nur an eine Ausbildung zum Krankenpfleger gedacht habe, wurden in der DKD 1995 die ersten beiden Transplantationszimmer eröffnet, 1996 wurde die „Station“ auf 4 Zimmer erweitert und schon 1997 kam es zu einem Ausbau auf 14 Zimmer. Die ersten 4 Zimmer waren noch sogenannte Zeltzimmer. Der Patient musste während seines Aufenthaltes hinter einer keimdichten Plastikfolie liegen und wurde auch durch diese gepflegt. Das Essen für die Patienten wurde sterilisiert, der Kontakt zu Angehörigen wurde auf ein Minimum reduziert und Kinder hatten gar keinen Zutritt auf die Station. Selbst persönliche Dinge wie Fotografien von Angehörigen waren nicht erlaubt.

Trotz der „Reduzierung“ der Hygienemaßnahmen wird man durch eine Transplantation immer noch sehr eingeschränkt. Dies ist aber auch notwendig, da, wie sie alle wissen, das Immunsystem während der Therapie soweit heruntergefahren wird, dass dieses selbst mit kleinsten Infekten oder sonst eher harmlosen Erregern überfordert sein kann. Gerade in der Zeit kurz vor und ca. 2-3 Wochen nach der eigentlichen Transplantation ist die Gefahr am höchsten. Doch auch nach der Entlassung spielt die Hygiene bei Transplantationspatienten eine große Rolle im Leben. Überall in unserer Umwelt lauern Gefahren für immungeschwächte Patienten: in der Erde durch Schimmelpilze und deren Sporen, im Wasser durch Feuchtkeimen und in der Luft, gerade in der Zeit der Grippewellen. Nur das Feuer als Element birgt keine hygienischen Gefahren, dafür aber leider die der Verbrennung. Als KMT-Patient muss man in der ersten Zeit nach der Transplantation auf so vieles achten. Selbst bei der Nahrung gibt es Einschränkungen.

Doch gehen wir nochmal zurück auf die Hygiene im Krankenhaus. Was bedeutet Krankenhaushygiene und was macht eine Hygienefachkraft eigentlich?

Krankenhaushygiene hat erst einmal nichts mit Reinigung zu tun, bei der Krankenhaushygiene geht es um die Vermeidung von Infektionen oder Kolonisationen mit Erregern, die für den Patienten in seinem Zustand gefährlich sein können, das Erkennen von Ausbrüchen (gehäuftes Vorkommen von bestimmten Erregern in definierten Bereichen) durch kontinuierliches Aufzeichnen aller Befunde und das Festlegen der Maßnahmen, um einem solchen Ausbruch entgegenzuwirken. Ebenso gehören Schulungen aller im Krankenhaus tätigen Mitarbeiter zu hygienischen Themen, insbesondere der Händedesinfektion, dazu. Weitergehend ist die Krankenhaushygiene bei jeder Baumaßnahme involviert und muss ein Auge auf die Qualität des Trinkwassers und der Lüftungsanlagen im Haus haben.

Auch die Untersuchung der medizinischen Geräte zur Aufbereitung von Instrumenten fällt in den Bereich der Hygienefachkraft, so werden z.B. alle Spülmaschinen auf den Stationen, in denen Geschirr für Patienten aufbereitet wird, mindestens einmal im Jahr mit mikrobiologischen Indikatoren auf ihre Wirksamkeit und Funktion überprüft. Tägliche Rundgänge durch das Haus und regelmäßige Hygienebegehungen der Stationen und Abteilungen sorgen für eine frühzeitige Erkennung von hygienischen Missständen und deren zeitnaher Behebung.

Die Krankenhaushygiene ist sozusagen in allen Bereichen einer Klinik zu finden. Ob es nun auf der Station, in Funktionsabteilungen wie der Röntgenabteilung, in den kleineren Praxen wie die HNO oder der Dermatologie und in der Haustechnik ist. Überall gibt es Themen, die mit der Hygiene und dadurch mit dem Schutz des Patienten zu tun haben.

Durch die Presse und die immer stärker aufkommenden Resistenzen einiger Erreger gegen Antibiotika wird die Aufgabe der Hygienefachkraft und der Krankenhaushygieniker immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Oft wird von Krankenhauskeimen geredet, diese Bezeichnung finde ich falsch, die Keime kommen immer durch die Menschen in die Krankenhäuser und die meisten Resistenzen werden durch falsche Antibiotikagabe im ambulanten/hausärztlichen Bereich entwickelt. Wir im Krankenhaus haben die Aufgabe, Sie und Ihre Angehörigen, vor einer Übertragung von solchen Erregern zu schützen. Das kann uns nur gelingen, wenn alle, auch die Patienten und Angehörigen, die Grundregeln der Hygiene einhalten. Die wichtigste Maßnahme hier ist die richtige Händedesinfektion, da unsere Hände Pflegen, Anreichen, Medikamente richten, Essen austeilen, Infusionen zubereiten und vieles mehr. Egal welche Tätigkeit wir ausführen, unsere Hände sind immer dabei!

Hygiene ist nicht alles in einer Klinik, aber ohne Hygiene ist alles nichts.

Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr

Ihr
Sebastian Barth

 

Kurzinfos

1.            25 Jahre Leukämiehilfe Rhein - Main

Auch die Leukämiehilfe Rhein-Main hatte in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum, sie kann auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken. Im Jahr 1991 gründete Anita Waldmann, die bis heute als Vorsitzende der Leukämiehilfe Rhein-Main aktiv ist, in Rüsselsheim zunächst eine Selbsthilfegruppe. Aus gelegentlichen Treffen und Aktionen ging schließlich die als gemeinnützig anerkannte Leukämiehilfe Rhein-Main hervor. Sie setzt sich – mittlerweile auch international - für erwachsene Patienten mit allen hämatologischen Erkrankungen (das Blut- und Lymphsystem betreffend) und ihre Angehörigen ein. Neben Gesprächsangeboten und der Vermittlung zu adäquaten Beratungsstellen für soziale Fragen bietet sie Betroffenen ein breites Informationsangebot mit hilfreicher Literatur und Broschüren sowie Info’s zu Therapien und Medikamenten. Weitere Auskünfte und Hinweise finden auf der Homepage www.leukaemiehilfe-rhein-main.de   Herzlichen Glückwunsch auch von uns zu 25 Jahren erfolgreicher Arbeit.

2.            DLH-Infohefte

 Die Deutsche Leukämie- & Lymphomhilfe gibt dreimal im Jahr ein Informationsheft heraus, das auch im Internet abrufbar ist unter www.leukaemie-hilfe.de (Menüpunkt: „DLH-Info-Zeitung“). Hier hin und wieder hineinzuschauen, ist sehr empfehlenswert. Neben ausführlichen Beiträgen zu einzelnen Leukämie- und Lymphomerkrankungen finden Sie hier z.B. auch Berichte über Neuzulassungen von Medikamenten. Besonders interessant ist auch die Rubrik „Service“. In dem aktuellen Infoheft Nr. 60, in dem auch der Artikel über unseren Verein EOS e.V. veröffentlicht ist, finden Sie in der Rubrik „Service“ z.B. Hinweise zu einem neuen Beratungsportal Psychoonkologie Online, zu Reisen als Krebspatient und der Ernährung bei Krebs (Seiten 10,11).

3.            DKMS Befragung von Patienten und Angehörigen

Die gemeinnützige DKMS kennen Sie alle als Knochenmarkspender-Datei. Sie vermittelt Stammzellspender an Patienten, die an Blutkrebs wie z.B. Leukämie, einem Lymphom oder Multiplem Myelom erkrankt sind, so dass diesen Patienten eine zweite Lebenschance gegeben wird. Viele von uns verdanken der DKMS das Finden eines Spenders und diese zweite Lebenschance. Nun bittet die DKMS um Ihre Unterstützung. Die DKMS versucht aktuell die Sorgen und Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehörigen im Krankheitsverlauf besser zu verstehen, um Betroffenen noch bessere Unterstützung bieten zu können. Dazu führt die DKMS online eine deutschlandweite Befragung durch. Sie richtet sich an Patienten, die an Blutkrebs erkrankt sind, sowie an deren Angehörige.

Vielleicht haben Sie Interesse und Lust daran teilzunehmen. Für weitere Informationen rufen Sie die Homepage www.dkms.de auf und geben Sie in das Suchfeld den Begriff „Befragung“ ein, dann werden Sie auf die entsprechende Seite geführt. Oder klicken Sie folgenden Link an: www.dkms.de/sites/dkms.de/files/dkms_ps_befragung_2016.pdf

4.            In eigener Sache

Im Vorstand kam die Idee auf, unseren Mitgliedern anzubieten, Infoschreiben und den jährlichen Rundbrief zukünftig nicht ausschließlich per Post, sondern zumindest teilweise auch per E-Mail zu versenden. Mitglieder von EOS e.V., die Interesse daran haben, Infoschreiben/Rundbriefe nicht mehr postalisch, sondern auf elektronischem Weg zu erhalten, können sich unter Angabe der E-Mail Adresse bei der Vorsitzenden unter corinna.maier-reinhardt@eos-wiesbaden.de oder dem Kassenwart unter ralf.kellerer@eos-wiesbaden.de melden.

5.            Noch einmal: In eigener Sache 

Der jährliche Rundbrief lag bislang in den Händen unseres Beisitzers Klaus Hlubek. Seit der ersten Ausgabe im März 2002 gestaltete er den Rundbrief inhaltlich, sammelte das Jahr über Themen und stellte ihn mit viel Sachverstand und Leidenschaft zusammen. Nun bat er in diesem Jahr aus gesundheitlichen Gründen die Verantwortung für den Rundbrief abgeben zu dürfen. Mit dieser Ausgabe des Rundbriefes übernimmt der Vorstand als Gremium die Gestaltung und Fertigstellung des Rundbriefes. Wir danken Herrn Hlubek sehr herzlich dafür, dass er den Rundbrief in all den vielen Jahren mit so viel Engagement zusammengestellt, uns Mitglieder informiert und „auf dem Laufenden“ gehalten hat. Und wir freuen uns, dass er uns als Autor mit einzelnen Textbeiträgen erhalten bleibt, so hat er dieses Mal die Einleitung und den Abschluss übernommen.

Literaturtipps

„Sport, Bewegung und Krebs“ Ein Ratgeber für mehr Sport im Leben – auch mit oder nach Krebs. Diese Broschüre richtet sich an alle Krebspatienten, die mit Sport und Bewegung ihren Krankheitsverlauf positiv beeinflussen wollen. Dieses Buch ist sehr zu empfehlen – 78 Seiten – kostenlos. Bestelladresse: Netzwerk OnkoAktiv, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, Im Neuenheimer Feld 460, 69120 Heidelberg, E-Mail: onkoaktiv@nct-heidelberg.de

Lilly Weigand: „Eine Rose für’s Leben“ Es war ein schwerer Schock für Lilly Weigand als ihr der Arzt eröffnete: Sie haben Leukämie. Nach anfänglichem Sturz in die dunklen Tiefen der Verzweiflung halfen ihr ausgeprägter Überlebenswille und der intensive Zuspruch der Familienangehörigen sich zu der Entscheidung durchzuringen: Knochenmarktransplantation mit völlig ungewissem Ausgang, aber notwendig, um langfristig zu überleben. Heute ist die Autorin geheilt – auch nach Überzeugung der Ärzte. In fesselnder Art zeichnet die Autorin ihren Weg nach ihrem Kampf gegen diese heimtückische Krankheit, die – wie es ihr Beispiel zeigt – besiegbar ist. Indem sie ihre Seele öffnet und den Leser tief berührt bietet sie einen Wegweiser für andere Betroffene Hilfe und Hoffnung gleichermaßen. Schillinger Verlag Freiburg, erhältlich im Buchhandel. 

Bill Bryson: „Eine kurze Geschichte von fast allem“ Wie groß ist eigentlich das Universum? Was wiegt unsere Erde? Und wie ist das überhaupt möglich – die Erde zu wiegen? Auf diese und viele andere Fragen hat Bestsellerautor Bill Bryson in der Schule nie Antworten erhalten. Nun hat er sich selbst auf die Suche nach ihnen gemacht und mit Witz und Charme ein faktenreiches, kluges und dabei höchst vergnügliches Buch über die Wunder der Welt geschrieben. Dieses Buch ist wirklich lesenswert, wenn Sie etwas Zerstreuung suchen. Goldmann Verlag, erhältlich im Buchhandel

 

 

Zum Abschluss

Weihnachtswunderzauberzeit

von Marike Heycke 

Schnee, Kerzenlicht im Fenster, der Geruch von Plätzchen und Zimt in der Luft.

Geschenke auspacken, Familienzeit. Wunderbare Familienzeit.

Adventsabende, an denen sich der Dampf des heißen Tees

mit den Phantasiebildern aufregender Adventsgeschichten

in der Luft zu einem einzigartigen und zauberhaften Gefühl vermischt.

Tage, an denen der erste Schnee Begeisterung bei Groß und Klein hervorruft

und selbst die große Stadt auf einmal ganz klein und leise wird.

Weihnachtsmarkt, der Geschmack von gebrannten Mandeln und heißem Punsch.

Das Knirschen kleiner Schritte auf der großen weißen Fläche.

Schlittenfahrt, Schneeballschlacht. Eiskalte Hände, die sich in große Manteltaschen stehlen.

Kinderaugen, die im Glanz der tausendfachen Lichter strahlen.

Heißer Kakao nach dem Winterspaziergang.

Schneeflocken, die in kühler Eleganz am Fenster vorbei schweben.

Ein vergessenes Lächeln auf erwachsenen Gesichtern,

gedankenverloren an die eigene Kinderzeit denkend.

Weihnachten ist endlich da.

Und es ist wunderbar.